Gerechtigkeit und Versöhnung - Was bedeutet: „Jesus ist Sühne und nimmt hinweg die Sünde der Welt!“?

Alles muss ausgeheilt werden. Alle Erlebnisse der Menschen werden im Geist verarbeitet! Wenn ich einem anderen Menschen Schaden zufüge, dann muss im Geist Gottes zwangsläufig eine Heilung des Vorgangs geschehen. Eine Fehlleistung wird niemals unverarbeitet, ungeordnet bleiben, sondern sie wird immer früher oder später berichtigt werden. Darin liegt die Gerechtigkeit Gottes, dass alles auf Weisheit und Liebe hin geordnet und versöhnt wird.

Somit ist es wahr, dass auf jede Fehlleistung eine Korrektur folgt. Wenn wir diese Korrektur Sühne oder Strafe nennen, dann haben wir auch diese Begriffe in den Kontext Gottes eingeordnet.

Wie kann nun eine Korrektur einer Tat erfolgen, die zu einer Verletzung des anderen geführt hat? Offenbar sind hierzu verschiedene Dinge erforderlich:

  1. Ein gemeinsames Verständnis der Tat, seiner Folgen und seiner Beweggründe muss herbeigeführt werden. So muss sowohl der Schmerz gewürdigt werden, der durch die Tat entstanden ist, als auch der vorausgegangene Schmerz oder die fehlende Erfahrung von Leid im Leben des Täters, der ihn zu einem Menschen gemacht hat, der derartige Taten vollzieht und des Mitleids nicht fähig war. Offensichtlich sind hierfür alle Beteiligten in einen gemeinsamen Geist einzubringen, in dem das Verständnis erreicht wird. Dies ist der Heilige Geist bzw. der Geist von Jesus Christus. Somit müssen Täter und Opfer in den Heiligen Geist eintreten, um das gemeinsame Verständnis zu erreichen.
  2. Es muss der Wille erzeugt werden, derartige Taten nicht mehr zu tun, indem Mitleid und Liebe zur Triebfeder wird. Hierzu müssen die Seelen zunächst verstanden haben, was geschehen ist und auf der Basis des Verstehens und Nachvollziehens zu einer Reaktion gekommen sein, die den Wunsch zur Vermeidung des Verletzens der Anderen in ein Leitmotiv der Seele verwandelt. Der Wunsch nach dem Guten basiert also auf dem Verständnis des Bösen und auch dieser wird im Geist geformt, in welchem die Gesamterkenntnis aller Hintergründe vorhanden ist. Auch dies gelingt also nur im Heiligen Geist bzw. im Geist von Jesus Christus.
  3. Die Vergangenheit muss abgeschlossen werden und der Status des Liebens erreicht werden. Hierzu ist der Akt der Vergebung und Versöhnung erforderlich, sowie der des sich neu Verliebens. Die Vergebung beruht auf den vorangegangenen Schritten des gemeinsamen Verständnisses welches als Reue, Mitleid und Schmerz empfunden wird und der anschließenden Formung des Wunsches nach Gutem für den jeweils anderen. Auf dieser Basis wird das jeweilige Element des Unrechts gesühnt, also verarbeitet. Und dies ermöglicht die Vergebung, also die Löschung des Elements aus dem Archiv dessen, was noch unverarbeitet ist. Und hierauf basiert dann das Phänomen, des sich neu in den anderen Verliebens. Man hat ihn verstanden, man hat mit ihm gefühlt, man hat seinen Wunsch erfasst, uns Gutes zu tun und seine aufrichtige Reue gesehen und man liebt ihn, man ist mit ihm zusammengewachsen, eben auch durch die Vergangenheit der gegenseitigen Entfremdung, der Vergangenheit der Sünde. Auch dieser Prozess kann nur im gemeinsamen Geist vollzogen werden, also im Heiligen Geist bzw. im Geist von Jesus Christus.

Die Sühne der Sünde vollzieht sich also im Geist von Jesus Christus, dadurch, dass wir alle in ihn einsteigen, bzw. in ihn eingezogen werden. Die Vorstellung, Jesus würde ohne unsere Beteiligung die Sühnung unserer Sünden vollziehen ist also eine völlig falsche und irreführende Fehlinterpretation. Nein, alle Menschen werden in den gemeinsamen Geist der Versöhnung hineingezogen, sonst könnten sie die Dinge und Erlebnisse niemals zu Ende bringen und nicht verarbeiten, sich nicht in den Himmel des Geistes der Liebe einfinden.

Man mag sich nun fragen, wie dieser Prozess von statten geht, wo doch viele Menschen sich dem Prozess der Versöhnung im Heiligen Geist entziehen möchten und diesen gar anzweifeln, oder nie kennengelernt haben. So könnte man meinen, dass eine vollständige Aussöhnung gar nicht möglich ist und ein umkehrwilliger Mensch niemals zur Versöhnung kommen könnte, da andere sich seinem Wunsch verweigern. Zum Glück ist der Heilige Geist aber ewig und allgegenwärtig. In ihm kommen wir zusammen, unabhängig davon, wann zeitlich wir zur Versöhnung und Umkehr gelangt sind. Wenn ich heute die Versöhnung möchte und mich in den Heiligen Geist wende, um den Prozess der Versöhnung zu durchlaufen, dann finde ich dich dort bereits vor, auch wenn Du erst nach einem langen Leben und vielen Zwischenschritten in die Umkehr kommen wirst. So kann ich neben Dir in der Welt wandeln und mit Dir vollkommen versöhnt sein, Dich vollkommen lieben, obwohl Du Dich noch nicht mit mir versöhnt hast – zeitlich gesehen – denn Du hast Dich mit mir doch versöhnt – ewig gesehen.

Wir sehen also, dass Gott vollkommen gerecht ist und das alles aufgedeckt wird, nichts bleibt verborgen. Jede Kleinigkeit wird verarbeitet, alles kommt zusammen im unendlichen Geist des Herrn.

Wenn wir in Jesus einkehren, so kommen wir in den Prozess der Versöhnung. Natürlich ist dies zunächst schmerzhaft und einiges wird uns sehr verwundern. Wir haben womöglich nicht damit gerechnet, dass alles am Ende sehr wichtig ist und ernst genommen wird. Wir dachten vielleicht, wir könnten einiges unter den Tisch fallen lassen. Dem ist nicht so. Ale Erfahrungen werden am Ende zu etwas Gutem führen, sowohl die guten Erfahrungen als auch die schlechten Erfahrungen, da sie alle verarbeitet werden.

Wenn Dur heute vergeben möchtest und in die Liebe zurückkehren möchtest, dann benötigst Du zwingend den Heiligen Geist. Nur in der Versöhnung wirst Du Nutznießer des Sühnewerks von Jesus Christus, an dem Du – welche Überraschung – Deinen Beitrag leisten musst, so wie ich auch. Wenn Du aber Jesus bzw. den Heiligen Geist ablehnst und ihm nicht glaubst, so wird meine Versöhnung mit Dir daran nicht scheitern, denn Dein Widerstand muss zwangsläufig temporär sein. Früher oder später wirst Du weich gekocht sein und wir werden uns lieben. Und diese Liebe ist bereits hier und jetzt im ewigen Jesus vorhanden, für jeden, der hier und jetzt in ihn eintritt und seinen Teil der Schuld und das was ihm angetan wurde, in Jesu verarbeitet.

Jeder Mensch der das anzweifelt, der nicht weiß, dass am Ende alles abgerechnet wird, der hat die Evangelien nicht verstanden. Dort steht es immer wieder geschrieben, dass Gott gerecht ist und niemand aus dem Gefängnis kommt, wenn er seinen Teil der Schuld nicht bis zum letzten Cent beglichen hat.